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  1. ⚽Wer bestimmt eigentlich das Tempo?

  2. 👉2 Neue Übungen für Dich!

⚽Wer bestimmt eigentlich das Tempo?

Wer entscheidet darüber, ob schnell oder geduldig gespielt wird – die eigene Mannschaft oder der Gegner?

Die meisten würden spontan antworten: natürlich wir selbst. Wir haben einen Spielplan, wir trainieren bestimmte Abläufe – und die setzen wir dann auf dem Platz um. Soweit stimmt das auch. Aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Denn in der Realität eines Fussballspiels ist es sehr oft der Gegner, der das Spieltempo vorgibt – ob wir wollen oder nicht. Wie er verteidigt, wo er Druck macht, wie tief er steht: All das zwingt uns zu Entscheidungen, die wir nicht allein treffen. Wer das nicht erkennt, spielt blind gegen das, was ihm das Spiel eigentlich zeigt.

Gegner presst hoch – Tempo ist keine Wahl, sondern Pflicht

Steht der Gegner im Angriffspressing – Linie hoch, Stürmer anlaufend, Mittelfeld eng – hat deine Mannschaft schlicht weniger Zeit am Ball. Nicht weil sie schlecht ist, sondern weil der Gegner diesen Druck aktiv erzeugt. Wer in dieser Situation trotzdem auf Geduld setzt und kurz kombinieren will, läuft direkt in das hinein, was der Gegner provoziert: Ballverluste in der eigenen Hälfte.

Die richtige Antwort:
Schneller, direkter spielen – und den Raum hinter der Abwehrkette gezielt bespielen. Lange Bälle sind dabei kein Notfallmittel, sondern ein legitimes taktisches Werkzeug. Wer die letzte Linie überspielt, überspielt gleichzeitig das gesamte Pressing. Entscheidend ist aber: der lange Ball braucht eine Idee danach. Wer einfach nur lang spielt, gibt den Ball schnell wieder ab – und ein Team das hoch presst, wartet genau auf diesen Moment zum Umschalten.

Gegner steht tief – Geduld ist Pflicht, Dynamik ist das Ziel

Das Gegenteil: Der Gegner zieht sich zurück, verteidigt kompakt, stellt Raum und Zeit zu. Beide Mannschaften befinden sich praktisch in der gegnerischen Hälfte. Kaum Platz, viele Beine zwischen Ball und Tor.

Wer hier mit dem gleichen Tempo spielt wie gegen einen hoch stehenden Gegner, macht einen klassischen Fehler. Das Bollwerk öffnet sich nicht durch Tempo allein – es öffnet sich durch Zirkulation, Positionierung und den richtigen Moment. Erst wenn die Lücke entsteht, ist der Moment gekommen, schnell zu werden: ein scharfer Einmaldreher, ein Dribbling nach innen, ein Steilpass in den entstehenden Raum.

Die unterschätzte Konter-Gefahr
Teams, die tief stehen, lauern fast immer auf den Gegenstoss. Wer gegen eine tiefe Defensive zu riskant spielt und den Ball zu leicht hergibt, zahlt einen hohen Preis – nicht durch schlechtes Pressing, sondern durch einen schnellen Konter mit viel Platz. Das Gleichgewicht, das hier gehalten werden muss: geduldig genug, um nicht leichtsinnig zu werden – mutig genug, um den richtigen Moment nicht zu verpassen.

Spielintelligenz – Erkennen, Anpassen, Handeln

Hier liegt das eigentliche Thema. Nicht Pressing oder Tiefverteidigung an sich – sondern: Wie schnell erkennt eine Mannschaft, was das Spiel von ihr verlangt – und wie schnell passt sie sich an? Das ist Spielintelligenz. Und Spielintelligenz ist nicht einfach Talent. Sie ist eine Fähigkeit, die man schulen und vertiefen kann.

Sie beginnt mit Wahrnehmen: Wo steht der Gegner? Wie hoch ist die Linie? Wie viel Zeit habe ich am Ball? Ein Spieler mit gutem Spielverständnis liest dieses Bild, bevor der Ball bei ihm ankommt – nicht danach. Darauf folgt Einordnen: Was bedeutet das, was ich sehe? Ist jetzt der Moment für Geduld oder für Tempo? Und schliesslich Handeln: Die richtige Entscheidung schnell genug treffen, um den Vorteil zu nutzen. Spielintelligenz ohne die Bereitschaft zum Handeln bleibt wertlos.

Wer das Spiel liest, bevor der Ball bei ihm ankommt, ist dem Gegner immer einen Moment voraus.

Wie trainiert man das?
Spielformen mit Tempoaufgaben: Eine Mannschaft gibt eine bestimmte Defensivstruktur vor (kompaktes Tiefstehen oder aggressives Pressing), die andere muss das Tempo lesen und anpassen. Danach besprechen: Was hast du gesehen? Warum kurz gespielt? Warum lang?

Pressingszenarien mit klaren Auslösern: Definierte Pressingtrigger für eine Mannschaft zwingen die andere dazu, diese Trigger zu erkennen – und blitzschnell zu entscheiden: jetzt schnell? jetzt lang? Das trainiert genau das Wahrnehmen und Einordnen, das im Spiel zählt.

Videoarbeit: Kurze Szenen zeigen, stoppen, fragen: „Was siehst du hier? Wie würdest du spielen?" Das macht taktische Muster greifbar – ohne sie abstrakt erklären zu müssen.

Fazit

Das Spieltempo ist keine freie Entscheidung, die eine Mannschaft allein trifft. Es ist das Ergebnis dessen, was der Gegner zeigt – und wie gut eine Mannschaft das liest. Gegen hohes Pressing muss schnell und direkt gespielt werden, mit dem langen Ball als bewusstem Mittel. Gegen tiefe Defensive braucht es Geduld und Zirkulation, bis der richtige Moment da ist, Tempo zu machen.

Als Trainer ist es unsere Aufgabe, Spielern nicht nur zu sagen was sie tun sollen, sondern ihnen beizubringen, wann und warum – durch Situationen, Wiederholung und Reflexion.

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