Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe unseres Newsletters! In dieser Ausgabe stehen folgende Themen im Fokus:

  1. ⚽Der unterschätzte Hebel

  2. 👉 Neues Modul: Von Spielprinzipien zum Spielplan

⚽Der unterschätzte Hebel

"He changed our throw-in game completely." — Jürgen Klopp über Einwurf-Coach Thomas Grønnemark

Ein Einwurf-Coach. Als Liverpool 2018 den Dänen Thomas Grønnemark verpflichtete, lachte halb England. Heute lacht niemand mehr. Und in dieser Saison hat ein anderes Team gezeigt, wohin die Reise geht.

Die Zahl, die alles verändert

Arsenal ist Meister. Zum ersten Mal seit 22 Jahren. Und wenn du die Saison auf eine Zahl reduzieren müsstest, dann diese:

19 Tore aus Eckbällen. Premier-League-Rekord.

Rund ein Drittel aller Arsenal-Tore entstand aus Standardsituationen. Ligaweit sieht es ähnlich aus: In der Premier League fielen diese Saison rund 30 % aller Tore nach ruhenden Bällen – der zweithöchste Wert der Liga-Geschichte.

Und jetzt die unbequeme Frage an dich als Trainer:

Wie viel Prozent deiner Trainingszeit investierst du in Standards?

Bei den meisten Amateurteams liegt die ehrliche Antwort irgendwo zwischen 0 und 5 Prozent. Ein Drittel der Tore – fast keine Trainingszeit. Das ist der unterschätzte Hebel.

Warum gerade jetzt? Schau auf die WM

Die WM läuft – und Turniere sind das perfekte Schaufenster für dieses Thema. Warum?

Kurze Vorbereitungszeit. Ein Nationaltrainer hat wenige Wochen, um eine Mannschaft zu formen. Komplexe Spielprinzipien einzustudieren ist kaum möglich. Aber eine Eckball-Variante? Eine Einwurf-Routine? Das geht in wenigen Einheiten.

Enge Spiele. K.o.-Spiele sind oft taktische Pattsituationen. Beide Teams sind gut organisiert, aus dem Spiel heraus fällt wenig. Genau dann entscheiden Standards.

Klingt bekannt? Genau das ist die Situation jedes Amateurtrainers. Wenig Trainingszeit, enge Spiele, kleine Unterschiede. Was für Nationaltrainer bei einer WM gilt, gilt für dich erst recht: Standards sind der Bereich mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ertrag.

Wichtig zu verstehen

Eine Standardsituation ist der einzige Moment im Spiel, den du als Trainer komplett kontrollieren kannst.

Im offenen Spiel reagieren deine Spieler auf eine Situation, die nie zweimal gleich aussieht. Beim Eckball, Freistoss oder Einwurf bestimmst DU: Wer steht wo. Wer läuft wohin. Wer macht den Block. Wer sichert ab.

Standards sind planbar, wiederholbar und trainierbar. Genau deshalb sind sie der Bereich, in dem ein gut vorbereitetes Team einen individuell stärkeren Gegner schlagen kann.

Der vergessene Standard: Der Einwurf

Eckbälle und Freistösse trainieren manche Teams wenigstens ab und zu. Aber der Einwurf? Wird im Amateurfussball praktisch nie angeschaut. Dabei:

  • Es gibt 40–60 Einwürfe pro Spiel – mehr als jede andere Standardsituation.

  • Die Zahl der langen Einwürfe in den Strafraum hat sich in der Premier League diese Saison mehr als verdoppelt (von 1,5 auf fast 4 pro Spiel).

  • Ein langer Einwurf in den Strafraum ist faktisch ein Gratis-Eckball – ohne dass du dir den erst erspielen musst.

Die Grønnemark-Story zeigt, was möglich ist: In seiner ersten Saison bei Liverpool verbesserte sich das Team bei der Ballbehauptung nach Einwürfen unter Druck von Platz 18 auf Platz 1 der Liga. Gleiche Spieler, gleicher Trainer – nur eine Situation bewusst trainiert, die vorher niemand beachtet hat.

Und der Trend geht weiter: Seit Januar berät Grønnemark ausgerechnet Meister Arsenal. Die besten Teams der Welt suchen ihre Vorteile dort, wo andere nicht hinschauen.

Standards trainieren: Zwei Denkweisen im Vergleich

So machen es die meisten

So machen es die Besten

Standards "ergeben sich" im Trainingsspiel

Standards haben einen festen Platz im Wochenplan (10–15 Min.)

Flanke rein und hoffen

Einstudierte Variante mit klaren Rollen

10 Varianten, alle halb einstudiert

2 Varianten, beide perfekt

Jeder stellt sich hin, wo er will

Feste Rollen: Schütze, Blocker, Zielspieler, Zweitball, Restverteidigung

Einwurf = Ball schnell irgendwie rein

Einwurf = geplante Situation mit Anspielstationen

Verteidigung von Standards dem Zufall überlassen

Klare Zuordnung Zone/Mann + Zweitball-Absicherung

Was bedeutet das für dich als Trainer?

Hier wird es konkret. Drei Dinge, die du diese Woche umsetzen kannst:

1. Baue den Standard-Zirkel ein (10–15 Minuten)

Reserviere im Abschlusstraining vor dem Spieltag einen festen Block für Standards. Wichtig: mit Wettkampfcharakter. Team A greift an, Team B verteidigt, dann Wechsel. Punkte für jede sauber umgesetzte Routine, Punkte für jede geklärte Situation. So bleibt die Intensität hoch und die Spieler nehmen es ernst.

2. Studiere EINE Eckball-Variante ein – aber richtig

Du brauchst keine zehn Varianten. Eine reicht für den Anfang. Bewährt und einfach:

Die Verlängerung am ersten Pfosten:

  • Schütze: scharfer Ball auf den ersten Pfosten

  • Zielspieler 1: startet spät, attackiert den ersten Pfosten, verlängert per Kopf

  • Zielspieler 2 + 3: attackieren den Raum am zweiten Pfosten und den Elfmeterpunkt

  • Blocker: stellt sich dem Gegenspieler des Zielspielers kurz in den Laufweg (regelkonform: stehen, nicht schieben!)

  • Zweitball-Spieler: lauert an der Strafraumkante – hier landen die meisten abgewehrten Bälle

  • Restverteidigung: 1–2 Spieler bleiben hinten und sichern den Konter ab

Coaching-Punkt: Erst die Bewegung, dann der Ball. Die Läufe starten, BEVOR der Schütze ausholt – nicht danach.

Profi-Detail zum Abschauen: Arsenal arbeitet mit einfachen Signalen (z. B. Handzeichen des Schützen), um zwischen Varianten zu wechseln. Das kannst du 1:1 übernehmen – ein Zeichen für ersten Pfosten, eines für zweiten.

3. Mache den Einwurf zur Waffe

Zwei simple Regeln, die sofort Wirkung zeigen:

Regel 1 – Raum schaffen durch Gegenbewegung: Der Klassiker im Amateurfussball: Beim Einwurf stehen alle still und sind gedeckt. Coache stattdessen: Erst zwei, drei Schritte VOM Einwerfer weg – dann explosiv entgegenkommen. Oder umgekehrt. Wer sich bewegt, ist anspielbar.

Regel 2 – Der lange Einwurf im letzten Drittel: Hast du einen Spieler mit weitem Einwurf? Dann ist jeder Einwurf in der Nähe des gegnerischen Strafraums ein Eckball. Gleiche Staffelung wie bei der Ecke: Verlängerer am ersten Pfosten, zwei Spieler im Zentrum, Zweitball an der Strafraumkante. Kleiner Profi-Trick: Handtuch beim Betreuer deponieren, damit der Ball trocken und griffig ist.

Coaching-Punkt fürs Verteidigen: Auch defensiv gilt – klare Rollen. Wer hat den Zielspieler? Wer den Zweitball? Und ganz wichtig: Lass immer 1–2 schnelle Spieler vorne oder im Mittelfeld – sie sind deine Konterwaffe nach geklärten Standards.

Wichtig zu verstehen

Der grösste Fehler beim Standardtraining ist nicht die falsche Variante – es ist fehlende Wiederholung. Eine Routine, die einmal im Monat trainiert wird, existiert im Spiel nicht. Eine Routine, die jede Woche 10 Minuten trainiert wird, läuft am Spieltag automatisch ab.

Lieber zwei Varianten, die im Schlaf sitzen, als zehn, die keiner kennt.

Fazit: Dein günstigster Sieg

Schau dir bei der WM die engen Spiele an. Zähle mit, wie viele Tore nach Ecken, Freistössen und langen Einwürfen fallen. Du wirst überrascht sein – und du wirst verstehen, warum Vereine heute Spezialisten nur für diese Momente einstellen.

Du hast keinen Set-Piece-Coach. Aber du hast etwas, das genauso viel wert ist: 10 Minuten pro Woche und einen Plan.

Ein Drittel der Tore fällt nach Standards. Hol dir deinen Anteil.

Bis nächste Woche – und viel Erfolg am Spieltag!

👉 Neues Modul: Von Spielprinzipien zum Spielplan

In diesem Artikel ging es im Kern um eine einfache Idee: Du legst eine Sache einmal sauber fest, und danach läuft sie jede Woche fast von selbst ab. Bei den Standards ist das eine einstudierte Routine. Aber dieselbe Logik gilt für dein ganzes Spiel.

Denn Hand aufs Herz: Deine Spielidee hast du im Kopf. Du weisst genau, wie deine Mannschaft verteidigen, aufbauen und umschalten soll. Aber sauber aufgeschrieben und festgehalten ist sie vermutlich nie. Das ist der häufigste blinde Fleck im Amateur- und Nachwuchsfussball, und genau hier setzt unser neues Modul an.

Stell dir vor, dein ganzer Spieltag baut auf einem klaren Fundament auf:

Einmal definieren, was dein Fussball ist. Im Spielprinzipien-Entwickler beantwortest du gezielte Fragen zu allen vier Spielphasen. Dein KI-Assistent hilft dir, daraus deine eigenen Spielprinzipien sauber zu formulieren. Am Ende hast du ein klares, persönliches Profil deiner Spielidee. Das machst du einmal, und es bleibt über die ganze Saison dein Fundament.

Jede Woche darauf aufbauen. Im Match-Vorbereiter gibst du wie gewohnt deinen Gegner und deine verfügbaren Spieler ein. Nichts Neues zu lernen, dein gewohnter Ablauf bleibt.

Auf Knopfdruck einen Vorschlag bekommen, der zu DIR passt. Über den KI-Button im Match-Vorbereiter lässt du dich direkt zum nächsten Spiel beraten. Das Entscheidende: Die KI rät nicht ins Blaue, sondern greift auf deine gespeicherten Spielprinzipien zurück und schlägt dir einen taktischen Ansatz für genau diesen Gegner vor, immer im Rahmen deiner eigenen Spielidee. Du entscheidest am Ende selbst. Die KI ist dein Sparringspartner, nicht dein Chef.

Und der Trainings-Planer? Der ist weiterhin dabei. Du greifst auf bestehende Übungen zu, kannst aber auch deine eigenen Übungen abspeichern und so deine ganz persönliche Übungsdatenbank aufbauen, die nur du siehst. Und wenn dir mal die Ideen ausgehen, lässt du dich von der KI inspirieren und bekommst neue Übungsvorschläge für dein Training.

Alle drei Module sind in deinem Abo enthalten, zum gleichen Preis. Probier den Spielprinzipien-Entwickler aus und merke selbst, wie viel ruhiger und klarer deine Arbeit wird, wenn das Fundament einmal steht.

Besuche unsere Homepage, um exklusive Trainingsvideos anzusehen und passende Produkte zu finden.

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