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⚽Der lange Ball als Waffe
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⚽Der lange Ball als Waffe
Im modernen Fussball dreht sich vieles um Ballbesitz, sauberen Aufbau und kontrolliertes Herausspielen aus der eigenen Hälfte. Kurze Pässe, flaches Spiel, Dreieckskombinationen – das ist das Bild, das viele mit gutem Fussball verbinden.
Doch daneben hat sich in den letzten Jahren eine Entwicklung verstärkt, die oft unterschätzt oder sogar belächelt wird: der lange Ball hinter die letzte Linie. Nicht als Notlösung in der Hektik, sondern als bewusst eingesetztes taktisches Mittel.
Der lange Ball ist kein Zeichen von fehlender Spielidee – er ist oft Ausdruck von klarer Entscheidungsfindung.
Der Grund für seine Rückkehr liegt im modernen Pressing. Viele Teams stehen heute extrem hoch, arbeiten mannorientiert und wollen den Gegner früh unter Druck setzen. Das hat einen Preis: der Raum hinter der letzten Linie bleibt offen. Auf höchstem Niveau wird genau dieser Raum immer gezielter erkannt und bespielt – und die folgenden drei Szenen zeigen, wie das aussieht.
Chelsea vs. PSG –
Ein scheinbar unspektakulärer Ball
Die Situation beginnt denkbar unauffällig: Safonov spielt einen langen Ball Richtung letzte Linie. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein einfacher Abschlag – und der anschliessende Fehler des Verteidigers wie ein Patzer, den man auf diesem Niveau nicht machen darf.

Doch wer genauer hinschaut, erkennt: die Situation ist deutlich anspruchsvoller als sie aussieht. Der Ball ist lange in der Luft, fällt aus grosser Höhe herunter. Das allein stellt den Verteidiger schon vor eine Herausforderung – er muss Timing, Orientierung und Körperstellung in einem einzigen Moment perfekt koordinieren. Zur gleichen Zeit kommt der Angreifer mit Tempo heran und erhöht den Druck weiter.
Taktischer Hintergrund
PSG steht in dieser Szene mit sehr breiten Flügelspielern und ohne klaren Zielspieler im Zentrum. Diese Struktur ist kein Zufall – sie öffnet bewusst Raum zwischen den Linien. Genau in diesen Raum startet der Angreifer und zwingt den Verteidiger zu einer Entscheidung unter Druck.
Der Verteidiger antizipiert die Situation eigentlich gut. Er ist in der richtigen Position, liest den Ball frühzeitig. Aber die Ballverarbeitung unter Druck misslingt – und auf diesem Niveau reicht das. Kleine Unsicherheiten werden sofort bestraft.
Real Madrid vs. Man City –
Courtois als erster Spielmacher
Manchester City schiebt weit nach vorne. Das Ziel ist klar: den Spielaufbau früh stören, den Gegner einengen, keinen Raum lassen. Es ist die konsequenteste Form des modernen Pressings.
Courtois schaut sich das kurz an – und entscheidet sich sofort für den direkten Ball hinter die letzte Linie. Nicht weil es keine andere Option gibt, sondern weil er erkennt: der Raum ist da, und er muss jetzt genutzt werden.

Der lange Pass verändert das Spiel innerhalb von Sekunden. Aus einer kontrollierten Drucksituation für City wird plötzlich eine Eins-gegen-Eins-Situation in der letzten Linie. Der Verteidiger verschätzt sich minimal im Timing, und das reicht Valverde: Er nimmt den Ball mit einem sauberen ersten Kontakt direkt in die Bewegung Richtung Tor mit.
Warum der erste Kontakt entscheidend ist
Valverdes erster Kontakt ist nicht einfach gut – er ist spielentscheidend. Er nimmt den Ball so mit, dass er sofort in Bewegungsrichtung bleibt und dem Verteidiger keine Zeit für eine Korrektur lässt. Wer in solchen Momenten zögert oder den Ball zurückspielt, verliert den gewonnenen Vorteil sofort wieder.
Ein einziger, gut gewählter langer Ball – und eine kompakte, gut organisierte Defensive wird aufgelöst. Das ist das Prinzip.
Ederson –
Risiko als Qualitätsmerkmal
Ederson ist vielleicht der Torwart, der dieses Prinzip am besten verkörpert. Nicht nur weil er es technisch umsetzen kann – sondern weil er die Bereitschaft mitbringt, das Risiko bewusst einzugehen.
In dieser Szene erkennt er früh, dass die gegnerische Abwehr extrem hoch steht. Der Raum dahinter ist offen. Anstatt den Ball kurz zu spielen und auf Sicherheit zu gehen, entscheidet er sich sofort für den direkten Weg: ein langer Ball in die Tiefe, mit der richtigen Schärfe und Präzision.

Der Stürmer (Aguero) liest die Situation parallel dazu: Er positioniert sich im richtigen Moment, startet zum richtigen Zeitpunkt. Der Ball kommt genau in den freien Raum – und mit einem einzigen Pass wird die komplette gegnerische Struktur überspielt.
Was diese Szene von den anderen unterscheidet
Hier arbeiten Torwart und Stürmer wie zwei Spieler, die dasselbe Bild sehen. Ederson antizipiert nicht nur die offene Linie – er vertraut darauf, dass sein Stürmer denselben Moment erkennt. Das ist kein Glück. Das ist das Ergebnis von klarer Wahrnehmung, guter Abstimmung und gemeinsamer Spielidee.
Was diese drei Szenen gemeinsam haben
Der lange Ball wird nicht gespielt, weil es keine andere Option gibt – sondern weil er die beste Option in diesem Moment ist.
Alle drei Situationen entstehen gegen Teams, die extrem hoch stehen und damit Raum hinter der letzten Linie öffnen.
Der Schlüssel liegt nicht im Pass selbst, sondern in der Wahrnehmung: Wer erkennt den Raum? Wer trifft die Entscheidung schnell genug?
Auf höchstem Niveau reichen minimale Unsicherheiten beim Verteidiger – im Timing, in der Körperstellung, im ersten Kontakt – um sofort bestraft zu werden.
Fazit
Der lange Ball hat im modernen Fussball nichts mit Pragmatismus oder fehlender Spielidee zu tun. Er ist – richtig eingesetzt – ein Zeichen von klarem Spielverständnis und konsequenter Entscheidungsfindung.
Gerade gegen hoch pressendes, mannorientiertes Spiel kann er das effektivste Mittel sein: Er löst Drucksituationen auf, überspielt ganze Linien in einem einzigen Moment und schafft sofort Gefahr vor dem gegnerischen Tor.
Die entscheidende Frage ist dabei nie: Spielen wir kurz oder lang? Die entscheidende Frage ist: Erkennen wir die Situation – und treffen wir die richtige Entscheidung zum richtigen Moment?
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